Kuvertier-Service Auguste Staar GmbH

Kuvertieren • Etikettieren • Falzen • Endlosschneiden • Frankieren • Postaufliefern

Albert-Schweitzer-Ring 19 • 22045 Hamburg • Tel. 040-6710223 • Fax. 040-67102258 • info@kuvertierservice-staar.de

Hamburger Wochenblatt 1981 (Hans G. Stark)

Jeder Hamburger hat vom Albert-Schweitzer-Ring schon Post bekommen !

 

Firmengründerin Auguste StaarEin riesiger Sattelschlepper, beladen mit mehreren Tonnen bedrucktem Papier, hält vor einer geräumigen Halle im Wandsbeker Gewerbegebiet am Albert-Schweitzer-Ring.

Vier Tage später sind 850.000 Sendungen unterwegs zu ihren Empfängern im gesamten Bundesgebiet. Zwischendurch wurden sie in Umschläge gesteckt, adressiert, frankiert und nach Bestimmungsorten sortiert.„Kuvertier-Service Auguste Staar GmbH" heißt die Firma, bei der Geschwindigkeit keine Hexerei ist. Wahrscheinlich gibt es keinen Hamburger Einwohner, der nicht mindestens einmal eine Sendung erhielt, die diesen Dienstleistungsbetrieb durchlaufen hat.

Rund 300 Gäste feierten dieser Tage gleich zwei Ereignisse in der Geschichte des Unternehmens: das 15 jährige Bestehen und die Einweihung einer fast 2.000 qm
großen Lagerhalle.

Ganze Blumenberge wurden dabei einer Dame überreicht, die eher unauffällig und zurückhaltend inmitten der Menschen stand: Auguste Staar.
 
Dabei galten die Gratulationen einer Frau, deren Namen von ihren Kunden in den Vorstandsetagen der größten Firmen mit Hochachtung genannt wird. Ob es um den Massenversand von Briefen etwa an Versicherungsnehmer geht, um Versandhauskataloge, Werbeprospekte oder den Versand von Lohnsteuerkarten- in dem rund 50 Mann Betrieb, davon 96% Frauen, wird alles prompt erledigt.

Die 58 jährige ist nicht nur Chefin, sondern auch „Mädchen für alles". Für sie ist es selbstverständlich, manchmal bis ein Uhr nachts an der Kuvertiermaschine zu stehen, weil die Sendung am nächsten Morgen unbedingt zur Post muß.

„Wir sind nun mal das letzte Glied in der Kette", erläutert Firmensprecher R. Kröger derartige Kraftakte. Sie sind erforderlich, wenn Druckaufträge nicht fristgerecht erledigt werden konnten oder wenn der Mangel an Arbeitskräften dem Stammpersonal zusätzliche Arbeitslast aufbürdet. „Sie haben richtig gehört: Wir suchen trotz der offiziell gemeldeten hohen Arbeitslosenzahlen dringend Arbeitskräfte", sagt Herr Kröger. „Von 20 angeblichen Bewerbern, die uns das Arbeitsamt schickt , bleiben durchschnittlich zwei. " Woran liegt das ? „ Wir müssen in vielen Fällen vermuten, dass es sich um keine ernsthaft gemeinten Bewerbungen handelt." Als Beweis dafür, dass die Ursache des kaum erfüllbaren Kräftebedarfs nicht im Betrieb zu suchen ist führen viele Mitarbeiter an, dass sie selbst sich dort schon seit über zehn Jahren wohl fühlen. „Gute Arbeit", antworten auch zwei Vietnamesen auf die Frage, wie es ihnen hier gefalle. Sie gehören zu den „Bootpeople", den Flüchtlingen, die auf offenem Meer von der „Cap Anamour" aufgenommen worden waren. „Zuverlässig und fleißig" lautet das Urteil ihrer Kollegen über sie.

Auguste Staar aus dem Hessischen stammend, hat sich ihren Aufstieg zur Unternehmerin nicht träumen lassen, als sie als junges Mädchen Gastronomie lernte. Mit ihrem Mann, einem Beamten, zog sie nach Hamburg. Doch als Tochter Marlene 15 Jahre alt geworden war, hielt es die Mutter nicht länger am häuslichen Herd. Sie nahm einen Job als Vertreterin für Massagegeräte an, mit dem ihr Mann aber nicht so recht einverstanden war. Da er selbst erfahren hatte, dass der Versand schriftlicher Benachrichtigungen im damaligen Wirtschaftsleben oft ein Problem war, bestellte er kurzerhand auf der Hannover Messe eine Kuvertiermaschine auf Kredit. So bekamm seine Frau eine neue Aufgabe. Sie übernahm sie mit Fleiß und Tatkraft.

Das Unternehmen, in Altona gegründet, wuchs und wuchs. Über einige Zwischenstationen siedelte es sich vor zwei Jahren in Wandsbek an. Doch auch hier war das Gelände inzwischen zu klein geworden, wurde der nächste Sprung zur neuen Halle gewagt. Wäre es für die Unternehmerin nicht viel einfacher, mit ihrem inzwischen pensionierten Mann zu reisen oder es sich sonst ohne täglichen Ärger gut gehen zu lassen ? Solche Überlegungen in die Tat umzusetzen verhindern zwei Gründe: die Verantwortung für die Mitarbeiter zu ihnen gehört auch Tochter Marlene-, aber wohl auch-,
„weil ich zu viele Bienen im Hintern habe".
 

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